Monkey 47 Dry Gin. Aus dem Schwarzwald.

Gin von Format muß nicht von den britischen Inseln kommen. Zu dieser Ansicht gelangt, wer den Schwarzwald Dry Gin probiert. Er geht auf Montgomery Collins zurück, Diplomatensohn auf dem indischen Subkontinent, Angehöriger der Royal Air Force und nach dem Zweiten Weltkrieg in der Verwaltung des britischen Sektors in Berlin tätig, wo er sich auch privat für den Wiederaufbau engagierte.

Schwarzwald Dry Gin

Als er 1951 aus dem aktiven Dienst schied, ging er in den nördlichen Schwarzwald – eigentlich um das Uhrmacherhandwerk zu erlernen. Stattdessen eröffnete er einen Landgasthof, den er „Zum wilden Affen“ nannte. Als britischer Gentleman hielt er dort die Traditionen des Empire hoch, zu denen auch ein gutes Glas Gin zählt, weshalb er sich mit dessen Herstellung befaßte und seiner Vita gemäß eine Rezeptur auf Basis regionaler Kräuter aus dem Schwarzwald und aromatischer Pflanzen aus dem asiatischen Raum entwickelte. In den 1960er Jahren verlor sich Collins’ Spur – und die seines Gins.


Wiederentdeckte Rezeptur.

Rund 40 Jahre später kommen Alexander Stein und Christoph Keller ins Spiel. Stein, Sproß einer traditionsreichen Baden-Württemberger Brennerfamilie, und Keller, einer der renommiertesten Destillateure Europas, belebten 2008 die zufällig wiederentdeckte Rezeptur neu und verfeinerten sie in einem langen Auswahlprozeß.

An dessen Ende steht ein Destillat aus 47 Zutaten, angesetzt mit weichem Wasser aus hauseigener Quelle. Gut ein Drittel der Ingredienzien – darunter Fichtensprossen, Preiselbeeren, Hagebuttenschalen, Holunderblüten, Schlehen, Brombeerblätter und Goldmelisse – kommt aus dem Schwarzwald. Das Destillat reift drei Monate lang in Steingutgefäßen, wobei es durch die Sauerstoffeinwirkung ausgewogener wird. Danach wird es – wieder mit dem eigenen Quellwasser – auf Trinkstärke herabgesetzt.

Der komplexe Gin wird abschließend nur grob mit einem Schichtenfilter filtriert, die sonst übliche Kältebehandlung entfällt. So bleiben auch filigrane Aromen erhalten, die man sonst verlöre. Diesen Unterschied riecht und schmeckt man.

Der wuchtige, dabei jedoch gleichzeitig milde Gin ist deutlich vom reinen Wacholdergeschmack geprägt, zeigt daneben aber auch frische Zitrusnoten, dezente bittere Fruchtnoten der Preiselbeere, feinblumige Anklänge und nicht zuletzt eine angenehm präsente, pfeffrige Schärfe, die lange anhält. Man trinkt ihn mit Tonic und als Martini oder verwendet ihn als Basis für etliche Cocktailklassiker.

Alkoholgehalt 47 Vol.-%. 0,5-l-Flasche.