Vor 498 Jahren wurde das deutsche Reinheitsgebot proklamiert.

Bier ist vermutlich 6000 Jahre alt. Schon die Babylonier kannten 20 Biersorten. man geht davon aus, dass es Bier gibt, seitdem die Menschen Getreide essen. Man hat es in früherer Zeit als Brei gegessen oder als Suppe gelöffelt. Überliefert ist das in Bildern und Keilschriften der alten Sumerer, die im Gebiet zwischen Euphrat und Tigris ansässig waren.

Im Mittelalter wurde die Braukunst in den Klöstern weiterentwickelt. Als ältestes erstes deutsches Braukloster gilt das von St. Gallen (Schweiz). Es bestand im Jahr 820 aus drei Brauhäusern. Ausgestattet mit Darre, Malzquetsche, Kühl-, Gär- und Lagerhäuser sowie eine Böttcherwerkstatt.

Im 19. Jahrhundert, im Zuge der Industriellen Revolution, fielen die Zollschranken. Es folgten Gewerbefreiheit und Gründerjahre. Dadurch forschte man an der Produktion des Bieres immer weiter. Louis Pasteur entdeckte die Hefereinzucht, die geschmacklich einwandfreies Bier ermöglichte.

2. Reinheitsgebot

„Wie das Bier im Sommer und Winter auf dem Land ausgeschenkt und gebraut werden soll“: So lautet der Titel der Verordnung, die Wilhelm IV., Herzog in Bayern, im April 1516 dem Bayerischen Landständetag in Ingolstadt vorgelegt hat. Das Gremium billigte die Vorschrift, die seither unter dem Namen „Reinheitsgebot“ bekannt ist.“ Laut Gesetz darf Bier nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe hergestellt werden. Damit ist das Reinheitsgebot das älteste heute noch gültige Lebensmittelgesetz,

3. Das Wort Bier

Hier sind sich Wissenschaftler uneinig, aber es gibt mehrere Theorien: Denkbar ist ein Zusammenhang mit dem germanischen Wort für Gerste oder Getreide. Eine andere Erklärung könnte die Geschichte des Gerstensafts liefern: Da Bier zuerst in Klöstern gebraut wurde, sei die Herleitung vom spätlateinischen „biber” (Trank) zum lateinischen „bibere” (trinken) möglich, glauben einige Forscher.

Die Fachleute halten auch eine Verwandtschaft mit „brauen” für wahrscheinlich. Das italienische Wort „birra” geht auf das Deutsche zurück, das französische Wort „bière” ist dem Niederländischen entlehnt.

4. Ausländisches Bier

Seit 1987 (Urteil des Europäischen Gerichtshofs) dürfen ausländische Biere mit Zusatzstoffen in Deutschland verkauft werden. Doch die 1300 deutschen Brauereien setzen weiterhin auf das Reinheitsgebot. Jetzt hoffen die Brauer darauf, dass es – wie die türkische Kaffeekultur oder die Mittelmeer-Diät – auf die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes gesetzt wird. Das würde im Wettbewerb mit ausländischen Konkurrenten helfen.

5. Bierkonsum in Deutschland

Seit vielen Jahren geht die Produktion stetig zurück. Der wichtigste Grund liegt nach Angaben des Brauer-Bundes in der Bevölkerungsentwicklung. Es gibt immer weniger junge Menschen – und die haben offenbar andere Konsumgewohnheiten als ihre Eltern.

Im Ausland aber bleibt die Nachfrage nach deutschem Gerstensaft hoch: An der Spitze der Exportmärkte stand im vorigen Jahr Italien, gefolgt von Frankreich und den Niederlanden.

„Ermutigende Trends” sehen die deutschen Brauer auch in China und den USA. In Deutschland werden alkoholfreie Sorten immer beliebter. Beim europäischen Konsum liegen übrigens seit Jahren die Tschechen an der Spitze.